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BriefStadtgeschichtliches Museum Leipzig ; Sammlung Autographe Stadtgeschichtliches Museum <Leipzig>

Signatur: A/2014/450


Zehme, Albertine (1857-1946) [Verfasser],Zehme, Felix (1849-1924) [Adressat]

Bayreuth, 29.06.1892. - 2 Bl., 18,1 x 11,5 cm. - Brief, Handschrift

Inhaltsangabe: Verf. berichtet, dass sie alle "Isolde"-Proben mit "Tristan" mache und heute 1. und 3. Akt Orchesterprobe war, ohne Venus; Verf. erwähnt, dass morgen der 2. Akt Orchester geprobt wird, auch ohne die Verf. und dass dann die Klavierproben an die Reihe kämen und das Lossingen beginnen wird; Verf. berichtet, dass am Nachmittag ein Kapellmeister Pohlig kommen wird, um mit der Verf. zu studieren und dass sie im Übrigen zu Hause bleiben wird, um sich zu schonen, Eier essen und zeitig zu Bett gehen wird; Verf. berichtet, dass ihre "Weh wehs" Gott sei Dank für drei Wochen wieder vorbei seien; Verf. berichtet dass sie im "Anker" speiste, und Kaschmann sofort kam, der seit einiger Zeit mit einer gewissen Ausdauer ihrer Spur folge und ein feiner, distinguierter Herr sei, aber Verf. wusste, dass Fräulein Mitschiner [verh. Gura] mit Frau Consulin York aus Danzig noch kommen würden, blieb sie ruhig und amüsierte sich über das wütende Gesicht von Kaschmann, als ihr "Tête-à-Tête" gestört wurde; Verf. schreibt, dass sie nun im rosafarbenen Schlafrock in ihrem stillen, kühlen Zimmer säße, mit der Aussicht auf Wiesen, Eisenbahn und Berge und dass um 4 Uhr ja Kapellmeister Pohlig komme, sie danach alles noch einmal allein überfliegen würde und hoffe, um 8 Uhr ins Bett zu kommen; Verf. schreibt, dass morgen also der 2. Akt geprobt würde, ohne dass sie weiß, ob sie zum Singen kommt und dass es am Abend einen Empfang im "Wahnfried" gäbe; Verf. lässt ihre "Kuddeln" tausendmal küssen und versichert, dass sie die Karte vom "Caffee Bauer" sie sehr erbaut habe; Verf. kokettiert damit, wei solide und tugendhaft sie sei, da sie schon zwei Abende zu Hause geblieben sei; Verf. gesteht, dass sie allerdings von Verschiedenen sehr gebeten werde, abends in die "Sonne" zu kommen; Verf. erklärt, dass sie aber, solange sie selbst singen muss, es lieber nicht tut und dass "Tristan" den Gekränkten spiele; Verf. berichtet, dass sie bei Tisch stets etwas Weißwein mit Wasser tränke, um viel Essen zu können, da sie tüchtig an Fett verloren habe und ihre Kleider nun locker am Leib säßen; Verf. berichtet, dass sie heute die Probe des 2. Aktes von "Parsifal" nicht besuchen wird, die Mailhac interessiere sie künstlerisch gar nicht, da sie in 5 Tagen "Kundry" wohl kaum etwas gelernt haben könne

Pohlig, Karl (1858-1928) [Genannte Person],Mailhac, Pauline (1858-1946) [Genannte Person]

http://museum.zib.de/sgml_internet/sgml.php?seite=5&fld_0=Z0109284 (Digitalisat)

Material: Papier

Pfad: Sammlung Autographe Stadtgeschichtliches Museum <Leipzig>

DE-MUS-853418-Z0109284, http://kalliope-verbund.info/DE-MUS-853418-Z0109284

Erfassung: 02.10.2014 ; Synchronisierungsdatum: 2015-12-01T14:38:36+01:00