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Stammbuch des Bernhard Friedrich von HuttenStaatsbibliothek BambergStammbücher und Stammbuchblätter der Staatsbibliothek BambergSignatur: MvO.Msc.51

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Stammbuch des Bernhard Friedrich von HuttenStaatsbibliothek Bamberg ; Stammbücher und Stammbuchblätter der Staatsbibliothek Bamberg

Signatur: MvO.Msc.51


Altdorf b. Nürnberg, Utrecht, Amsterdam, 1693-1697. - 210 Blätter; enthält 93 Stammbucheinträge, 10,1 x 15,2 cm, Latein Deutsch Französisch. - Dokument, Stammbuch

Inhaltsangabe: Die Fliegenden Blätter des Vorsatzes und Hinteren Vorsatzes sind im Spiegel verklebte Buntpapiere (Kamm-Marmorpapiere), das gleiche Marmorpapier dient auch als Schutzblatt einer Illustration (Blatt 139).Eine alte Paginierung zählt mit Übergehung der leeren Blätter 97 beschriftete oder illustrierte Seiten. Diese wurde erst nach dem Entfernen der fünf fehlenden Blätter angebracht.93 Einträge aus Altdorf bei Nürnberg (04.1693-10.1694), Utrecht (08.1695-04.1697) und Amsterdam (02.1696), großteils von Kommilitonen.Davon wurden mit Konjunktionsformeln verbunden: Blatt 73r mit 74r, Blatt 189v mit 190r, Blatt 193r mit 193v sowie 193v mit 194r, Blatt 197v mit 198r, Blatt 199v mit 200r und Blatt 208r mit 208v.Zahlreiche Nota-bene-Vermerke, teilweise nachträgich in anderer Tinte hinzugefügt (Blatt 75r, 98r, 108r, 109v, 110r, 112r, 117r, 142r, 153v, 189v, 190r, 193r, 193v, 194r, 208v). Zum Beispiel findet sich folgender Nota-Bene-Zusatz im Eintrag des Johann Jakob Wuttich, entstanden in Altdorf bei Nürnberg am 29.04.1693 (Blatt 110r):"NB:Dir belieben sich zú erinnernwo der Helm ist, itemdes TubacksRauchen:"Im Eintrag des Johann Ludwig von Schlanbusch aus Clausthal, entstanden in Altdorf bei Nürnberg am 26.03.1694 (Blatt 117r):"NB Hutten dȗ läst das beste liegen."Im Eintrag des Georg Carl Oelhafen von Schöllenbach, entstanden wohl in Altdorf bei Nürnberg im Jahr 1693 oder 1694 (Blatt 194r):"N.B.der hl. Brúder erinnere SichHiZuweilen der Nächtliche Reisenacher [...]en[n]ebúrg únd der allda ver-zehrten SpanSaú únd Ganß. It[em]der Jagd dúrch die Eteger[?]. It.der Compagnie aúf dero Stúbenda wir alles Zú d[em] Fenster hi-naus geworfn."Oder im Eintrag des Hieronymus Hartwich von Stötteroggen, entstanden in Utrecht am 21.03.1697 (Blatt 208v):"In Engelland Vergeßder Herr Brůder den tobacksstopfer nicht."Möglicherweise ist letzteres ein Hinweis auf eine geplante Englandreise.Vor Blatt 132 fehlt ein Blatt, dessen Steg noch vorhanden ist. Auf Blatt 131v hat sich ein zweizeiliger Abklatsch des Textes dieses fehlenden Blattes erhalten. Entweder handelte es sich (aufgrund der Kürze) nicht oder nur um einen unvollendeten Stammbucheintrag. (Möglicherweise wurde aber auch nur in den ersten zwei Zeilen zu viel Tinte genutzt, so dass die weiteren keinen Abklatsch erzeugten.) Das letzte lesbare Wort scheint "voluptas (= Lust, Liebensgenuss)" gehießen zu haben, so dass hier ein ungebührender Text entfernt wurde.Zum Stammbucheintrag des Johann Sigismund Holtzschuher von Neuenbürg, entstanden in Altdorf bei Nürnberg am 13.07.1694 (Blatt 158r), wurde auf überformatigem, eingeklebten, beschnittenen und eingeklapptem Blatt eine Rötelzeichnung hinzugefügt: ein berittener Feldtrompeter auf einer Anhöhe gibt das Signal einer auf diese Anhöhe nachrückenden Kavallerie in Lanschaft. Sollte die Zuschreibung an Philip Wouwerman (1619-1668) zutreffen, wäre zu fragen, ob diese Zeichnung bereits in Altdorf hinzugefügt oder erst in Utrecht oder Amsterdam erworben und nachträglich dem Stammbcuheintrag hinzugefügt wurde.Der Nürnberger Andreas Merkel (1672-1741), späterer Erster Ratsschreiber und Genannter des Größeren Rats, schrieb sich in Altdorf bei Nürnberg am 21.10.1693 in das Stammbuch ein (Blatt 177r) und ergänzte seinen Eintrag mit einer kolorierten Federzeichnung eines Ankers, auf dessen Schaufelspitzen sich ein Herz und eine Ameise, im unteren Ankerring ein Füllhorn mit Blumen befinden, dazu in einem Spruchband das Emblem beziehungsweise die Devise: "IN SPE ET LABORE". Am selben Tag und Ort schrieb sich Bernhard Friedrich von Hutten in das Stammbuch Andreas Merkels ein. Er ergänzte seinen Stammbucheintrag ebenfalls um eine Miniatur, nämlich um eine eingeklebte, auf einem blauen Blatt befindliche kolorierte (Kreide-?) Zeichnung mit dem Kopfportrait eines jungen, blonden, langhaarigen Mannes. Möglicherweise handelt es sich um ein Portrait von Huttens oder um ein von Hutten angefertigtes Portrait Merkels? Zwischen Zeichnung (Blatt 365v) und Eintrag (Blatt 366r) wurde ein Buntpapier (Kamm-Marmorpaier) als Schutzblatt geklebt, das den Marmorpapieren im Stammbuch von Huttens gleicht (Weimar, Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Stb 407, Stammbuch des Andreas Merkel, 1693-1735).Der Eintrag des aus Zürich stammenden und späteren Züricher Stadtarztes, Professors und Naturforschers Johann Jacob Scheuchzer wurde in Altdorf bei Nürnberg ohne Angabe des Jahres und ohne genaue Tagesdatierung geschrieben: "Altdorff. Ultra medietate[m] mensis Junii, sed quo die ob defectu[m] calendarii nescio. (= Nach Mitte Juni, aber an welchem Tag genau, weiß ich nicht, da ich keinen Kalender habe.)" (Blatt 190v).Biographisches zum Stammbuchhalter: Bernhard Friedrich von Hutten zu Frankenberg wurde geboren am 07. oder 08.01.1675 als Sohn des Freiherrn Hans Ernst von Hutten und der Anna Gertraud, geborene von Ebersberg genannt Weyers, 1692 immatrikuliert in Altdorf bei Nürnberg, 1696 immatrikuliert in Utrecht (am 01.09. gemeinsam mit den Brüdern[?] [oder in Vertretung durch diese?] Levin Dietrich von Schulenburg und Werner von Schulenburg, welche ihre Einträge im Stammbuch am 19.03.1697 in Utrecht hinterließen [Blatt 149r und 178v]), fürstbischöflich Würzburgischer Geheimer Rat (obgleich Protestant, indessen war Christoph Franz von Hutten aus der entfernt verwandten Stolzenberger Linie 1724-1729 Fürstbischof von Würzburg), wohl nach 1716 Ritterrat des Ritterortes Odenwald, verheiratet am 26.07.1717 mit Louise Christina Sophia von Gleichen-Rußwurm, gestorben am 15.03.1728 wohl auf Burg Frankenberg, begraben am 20.03.1728 in der Pfarrkirche Reusch bei Uffenheim.[Quellen: Biedermann, Johann Gottfried: Geschlechtsregister Der Reichsfrey unmittelbaren Ritterschafft Landes zu Franken Löblichen Orts Baunach [...], Culmbach 1747 [VD18 14845016-001] Tafel LXXXV; Engel, Wilhelm: Die Burgen Frankenberg über Uffenheim, Würzburg 1956, Seite 50-51; Schmitt, Richard: Frankenberg, Ansbach 1986, nach Seite 555 (Stammtafel der Familie); Archivalische Hinweise von Dr. Richard Schmitt, Rothenburg ob der Tauber.]

Literaturhinweise: Fischer, Hans: Katalog der Handschriften der Königlichen Bibliothek zu Bamberg. 3. Band, 1. Abteilung: Bamberger Sammlung, Anhang: Manuscripte der Zweibrückner und Marschalk'schen Sammlung, 2. Abtheilung: Miscellen, Anhang: Rechnungen und Urkunden, Bamberg 1912, Seite 126.

https://raa.gf-franken.de/de/suche-nach-stammbuechern.html?permaLink=1693_hutten (RAA-Datenbank)https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:32-1-10001175770 (Stammbucheintrag von Huttens im Stammbuch Andreas Merkels)

Bemerkung: v. Hutten, De Hutten

Illustrationen: Blatt 70r: Kreide(?)-Zeichnung eines spitzwinkligen Objekts (Kreisel?); Blatt 138v: Rötelzeichnung: qualmendes Rauchgefäß in Einfassung aus Palmzweigen, dazu Schriftband mit Emblem beziehungsweise Devise: "Lo spirto al ciel, l'odor' in terra." (gleiches Motiv und Motto (mit Wortumstellung) bei Bosch, Jacobus: Symbolographia Sive De Arte Symbolica Sermones Septem [...], Augsburg 1701, Tafel 26, Nr. 619); Blat 157v: zu Altdorfer Stammbucheintrag des Johann Sigismund Holtzschuher von Neuenbürg eine Rötelzeichnung auf überformatigem, eingeklebten, beschnittenen und eingeklapptem Blatt: berittener Feldtrompeter auf Anhöhe und nachrückende Kavallerie in Lanschaft, laut Kunsthistoriker Peter Krüger (Auskunft vom 04.06.1995) möglicherweise aus der Hand von Philip Wouwerman (Harlem 1619-1668), wohl weniger ein Nachfolger da die Qualität sehr gut ist, auch die - an sich sehr schwierige - Pferdedarstellung; Blatt 177r: allegorische kolorierte Federzeichnung (Aquarell?) eines Ankers, auf dessen Schaufelspitzen sich ein Herz und eine Ameise, im unteren Ankerring ein Füllhorn mit Blumen befinden, dazu in einem Spruchband das Emblem beziehungsweise die Devise: "IN SPE ET LABORE" (vergleiche dazu: Kupferstich bei Gabriel Rollenhagen: Spes mit Anker und Schaufel, dazu "In spe et labore transigo vitam" in Henkel, Arthur und Schöne, Albrecht: Emblemata. Handbuch zur Sinnbildkunst des XVI. und XVII. Jahrhunderts, Stuttgart 1967, Spalte 1559); Blatt 192v: auf eingeklebtem Pergament grau aquarellierte Federzeichnung (Grisaille) einer Seelandschaft mit Brückenruine und Häuschen.Einbandbeschreibung: Brauner Lederband mit sparsamer Goldprägung; GoldschnittErhaltungszustand: Einband berieben und Rücken schadhaft; fehlende Blätter: 1 Blatt vor Blatt 115, 1 Blatt vor Blatt 132, 3 Blätter vor Blatt 179.

Erwerbungsgeschichte:Provenienz:Signaturen von Vorbesitzern: blau eingefasstes Etikett (2. Hälfte 19. Jahrhundert) auf dem Vorderdeckel mit "88" jetzt fehlend, aber auch auf Blatt 1v "No 88", auf Blatt 1r durchgestrichene "17". - Emil Marschalk von Ostheim, Bamberg, bis 1903 (Exlibris).

Objekteigenschaften: Handschrift

Pfad: Stammbücher und Stammbuchblätter der Staatsbibliothek Bamberg

DE-611-HS-4250745, http://kalliope-verbund.info/DE-611-HS-4250745

Erfassung: 16. Dezember 2024 ; Modifikation: 5. August 2026 ; Synchronisierungsdatum: 2026-08-05T16:26:51+01:00