Detailinformationen
Stammbuch des Grafen Gottlob Hans Ludwig von Hochberg Güldenes Schatz-Kästlein der Kinder Gottes, deren Schatz im Himmel ist Staatsbibliothek Bamberg Stammbücher und Stammbuchblätter der Staatsbibliothek Bamberg Signatur: Sel.1535
Stammbuch des Grafen Gottlob Hans Ludwig von Hochberg Staatsbibliothek Bamberg ; Stammbücher und Stammbuchblätter der Staatsbibliothek Bamberg
Signatur: Sel.1535
Güldenes Schatz-Kästlein der Kinder Gottes, deren Schatz im Himmel ist
Rohnstock (Schweidnitz) [Roztoka (Dobromierz)], Schloss Fürstenstein [Zamek Książ], Kloster Berge (Magdeburg), 1760-1816. - 365 Seiten (das heißt 656 Seiten, da durchschossen und fehlende Seiten); enthält 20 Stammbucheinträge, 9,2 x 12,0 cm, Deutsch. - Dokument, Stammbuch
Inhaltsangabe: Das Supralibros des Stammbuchs ist als ".G.H.L.Gr.v.HB[ligiert]." und ".1760." zu lesen (anstatt des zunächst optisch naheliegenden ".G.H.L.Gr.v.J-B."). Es lässst sich daher mit Gottlob Hans Ludwig Graf von Hochberg auflösen. Dies wird auch bestätigt durch die schlesischen Eintragungsorte Schloss Rohnstock (Pałac w Roztoce in Rohnstock/Roztoka [Dobromierz]), wo sich Carl Gottfried Neumann am 30.08.1765 (Seite 82b) und Johanna Amalia Ernestina von Bibra am 06.09.1765 (Seite 304a) eintrugen, sowie Schloss Fürstenstein (in Waldenburg/Wałbrzych), wo sich am 22.08.1766 eine unbekannte von Arnswaldt eintrug (Seite 118a), wie auch den Eintrag des "Gottlieb Samuel Bö[ttcher] Evangelischer Prediger in Wernersdo[rf]" am 08.06.1769 in Kloster Berge (Magdeburg) (Seite [388a]). Ersteres Schloss war Sitz der von Gottlob Hans Ludwig Graf von Hochberg begründeten Nebenlinie während die Hauptlinie der Grafen von Hochberg auf Schloss Fürstenstein saß. Wernersdorf, heute ein Ortsteil von Merzdorf/Marciszów, war mit diesem im Besitz der Rohnstocker Nebenlinie. Eine Besonderheit ist die Nutzung eines Druckwerks für Stammbuchzwecke, die eigentlich bereits Anfang des 17. Jahrhunderts aus der Mode kam: Bogatzky, Carl Heinrich: Güldenes Schatz-Kästlein der Kinder Gottes, deren Schatz im Himmel ist: Bestehend In auserlesenen Sprüchen der Heil. Schrift, samt beygefügten erbaulichen Anmerkungen und Reimen. Die 22ste und durchgehends neu-vermehrte Auflage, Nebst einem Vorbericht vom rechten Gebrauch desselben, Halle, in Verlegung des Wäysenhauses, 1759 [VD18 90773292]. Dieses Druckwerk wurde 1760 durchschossen gebunden, so dass zwischen jedes bedruckte Blatt ein leeres eingeschossenes Blatt kam, auch in Lagenmitten, wo diese leeren Blätter eingeklebt wurden. Auf einigen dieser eingeschossenen Blättern wurden kleine Kupferstiche mit biblischen Motiven geklebt, wovon manche zu einem unbekannten Zeitpunkt wieder entfernt wurden oder abfielen, so dass nur noch deren Klebespuren erkennbar sind. Insgesamt sind noch 61 Kupferstiche vorhanden. 20 Stammbucheinträge Wahrscheinlich waren es ursprünglich mehr Einträge, da zahlreiche Blätter fehlen: Seite 99-110, 150a/150b, 174a/174b, 189-224, 240a/240b, 248a/248b, 254a/254b, 272a/272b, 278a/278b, 348a/348b. Die zwei größeren Fehlstellen könnten unbeabsichtige Beschädigungen sein, die acht einzelnen fehlenden eingeschosenen Blätter wurden dahingegen absichtlich entfernt und trugen daher wahrscheinlich größtenteils weitere Stammbucheinträge. Die überwiegende Mehrheit der Stammbucheinträge entstand während der Schulzeit in Kloster Berge bei Magdeburg von 1767 bis 1769 und ist passend zum Druckwerk frommen, religösen Inhalts. Der Stammbucheintrag von Johann Just von Einem (Seite 252a), entstanden am 09.09.1767 in Kloster Berge (bei Magdeburg) ist beachtenswert, da der Theologe Johann Justus von Einem, ehemaliger Lehrer der Schule in Kloster Berge, eigentlich bereits 1762 verstorben sein soll. Somit handelt es sich entweder um einen un- oder wenig bekannten Verwandten mit identischem Namen oder das Todesdatum des Theologen wäre zu korrigieren. Zu einem unbekannten Zeitpunkt nach der ersten Nutzungphase wurde der Buchblock samt Vorder- und Rückdeckel an seinen Ecken beschnitten, was bei einigen Stammbucheinträgen zu Textverlust führte. Möglicherweise hängt dies zusammen mit einer zweiten Nutzungsphase nach dem Tod Gottlob Hans Ludwigs Graf von Hochberg durch eine unbekannte Person, die sich aber nur in einem einzigen Stammbucheintrag ausdrückt, den Ferdinand von Schönburg an unbekanntem Ort am 29.05.1816 einschrieb (Seite 148b). Biographisches zum Stammbuchhalter: Gottlob Hans Ludwig Graf von Hochberg wurde am 30.05.1753 geboren, als Sohn des Hans Heinrich IV. Reichsgraf von Hochberg auf Rohnstock, später auf Fürstenstein (1705-1758). Sein älterer Bruder war Hans Heinrich V. (1741-1782), dieser führte die Hauptlinie auf Schloss Füstenstein fort, während Gottlob Hans Ludwig die schließlich nur aus ihm bestehende Nebenlinie auf Rohnstock bildete. Diese bestand aus der Herrschafft Rohnstock (unter anderem mit den Orten Wernersdorf und Merzdorf), der Herrschafft Kittlitztreben (mit einigen Orten) und den Gütern Tschechen, Puschkau und Grunau. Ausweislich seines Stammbuchs war Gottlob Hans Ludwig spätestens ab Januar 1767 bis Juni 1769 Schüler in Kloster Berge vor den Toren Magdeburgs. Nach einer ersten kinderlosen Ehe heiratete er am 30.09.1784 seine Nichte Charlotte Henriette Christiane Auguste von Hochberg, deren Ehe ebenfalls kinderlos blieb. Vom 24.06.1776 bis zum 24.06.1781 war er Landesältester des schlesischen Kreises Bolkenhain-Landeshut. Er starb am 14.11.1791 und vererbte seine Herrschafft an seinen Neffen Hans Heinrich VI. (1768-1833). [Kerber, P.: Geschichte des Schlosses und der Freien Standesherrschaft Fürstenstein in Schlesien. Nach zum größten Teile bisher unbenutzten Fürstensteiner Archivalien und anderen sicheren Geschichtsquellen bearbeitet, Breslau 1885, Seite 94, 103 und 110, Tafel II; Hoverden: Personal-Chronik der Schlesischen Landschaft seit ihrer Errichtung im Jahre 1770, Breslau 1854, Seite 33.] Möglicherweise ist der oben genannte Stammbucheintrag von Jeannette [Johanna] Amalie Ernestine von Bibra, später verheiratete Marschall genannt Greiff (25.02.1743-nach 15.01.1803), am 06.09.1765 entstanden in Schloss Rohnstock, Grund für die spätere Provenienz des Stammbuchs. Er könnte das Interesse einer oder eines Verwandten aus der Familie von Bibra geweckt haben, so dass das Stammbuch aus dem Besitz der Familie von Hochberg in die Familie von Bibra überging und somit über Sigismund von Bibra (1894-1973) an dessen Witwe Renate Freifrau von Bibra, geborene von und zu Guttenberg (1914–1984[?]) und wiederum an deren Adoptivtochter Elisabeth Schenk Gräfin von Stauffenberg, geborene Freifrau von und zu Guttenberg (*1944) vererbt wurde. [Zur Einträgerin siehe Biedermann, Johann Gottfried: Geschlechts-Register Der Reichs-Frey-unmittelbaren Ritterschafft Landes zu Francken Löblichen Orts Steigerwald, Welches Aus denen bewährtesten Urkunden [...], Nürnberg 1748 [VD18 14845024-001], Tafel XX; Klassik Stiftung Weimar, GSA 83/358, Brief an Friedrich Schiller, Meiningen, 15.01.1803: https://ores.klassik-stiftung.de/ords/f?p=401:2:::::P2_ID:265211; zum Erbgang siehe: https://www.event-stauffenberg.com/geschichteschlossirmelshausen; über den selben Erbgang kamen zwei weitere Stammbücher an Elisabeth Schenk Gräfin von Stauffenberg und schließlich in die Staatsbibliothek Bamberg: Stammbuch der Julie von Wechmar (verheiratete von Bibra), Laufzeit: 1787-1796, Msc.Add.2337 (http://kalliope-verbund.info/DE-611-HS-4325386) und Stammbuch des Hans Ernst Albert von Bibra, Laufzeit: 1821-1827, Msc.Add.2338]Hochberg, Gottlob Johann Ludwig von (1753-1791) [Dokumentiert]
https://gateway-bayern.de/BV050723045 (Bayerischer Verbundkatalog) https://gateway-bayern.de/BV050562348 (Bayerischer Verbundkatalog (Druckwerk))
Bemerkung: G.H.L.Gr.v.HB.
Illustrationen: Auf zahlreichen eingeschossenen Blättern sind insgesamt 61 kleinformatige Kupferstiche mit biblischen Themen aufgeklebt. Einbandbeschreibung: Pappeinband mit braunem Leder bezogen, sparsame Goldprägung, als Supralibros (in Kapitälchen) ".G.H.L.Gr.v.HB." und ".1760.", am Rücken noch in Resten erkennbar: "Güldenes Schatz-Kästlein"; Goldschnitt; Vorsatz aus Buntpapier (Modeldruckppaier, floraler Dekor in zweifarbigem Druck) Erhaltungszustand: Vorderdeckel nur noch lose eingebunden; zahlreiche fehlende Blätter (siehe unter Inhaltsbeschreibung); Seite 88a-94 fehlen die oberen Ecken, Seite 250a/250b ist die untere Ecke beschnitten, 298a/298b oben eingerissen.
Erwerbungsgeschichte: Provenienz: Elisabeth Schenk von Stauffenberg, Kirchlauter, bis 2026.
Objekteigenschaften: HandschriftPfad: Stammbücher und Stammbuchblätter der Staatsbibliothek Bamberg
[G 2026/125 (Akquisitionsnummer)]
DE-611-HS-4328649, http://kalliope-verbund.info/DE-611-HS-4328649
Erfassung: 15. April 2026 ; Modifikation: 29. April 2026 ; Synchronisierungsdatum: 2026-04-29T16:45:44+01:00
