Detailinformationen
Stammbuch der Julie von Wechmar Livre d'Amitié dedié au Souvenir de ses Amies par Julie de Wechmar Staatsbibliothek Bamberg Stammbücher und Stammbuchblätter der Staatsbibliothek Bamberg Signatur: Msc.Add.2337
Stammbuch der Julie von Wechmar Staatsbibliothek Bamberg ; Stammbücher und Stammbuchblätter der Staatsbibliothek Bamberg
Signatur: Msc.Add.2337
Livre d'Amitié dedié au Souvenir de ses Amies par Julie de Wechmar
Ansbach, Schönfeld (Greiz), Kauern, Gera, Liebsdorf (Weida), Erlangen, Rügland, Sugenheim, Coburg, Kassel, Eisenach, Mihla, Roßdorf (Thüringen), (Bad) Brückenau, Barchfeld (an der Werra), Meiningen, Weilar, 1787-1796. - 291 Seiten (das heißt 257 Seiten, da 19 Blatt fehlen und 34 und 35 doppelt vergeben sind, darüberhinaus sind zahlreiche Fehler in der Zählung vorhanden); enthält 89 Stammbucheinträge, 10,9 x 18,9 cm, Deutsch Französisch Englisch Italienisch. - Dokument, Stammbuch
Inhaltsangabe: "Livre d'Amitié dedié au Souvenir de ses Amies par Julie de Wechmar. Anspach ce 22me Mars 1787." Das Stammbuch wurde laut Titelseite am 22.03.1787 in Ansbach angelegt, dem 13. Geburtstag der Stammbuchhalterin. Daher ist es höchst wahrscheinlich, dass der älteste vorhandene Stammbucheintrag (Seite 7) der Stiefmutter Friederike Christiane von Wechmar, geborene von Böltzig, nicht, wie eindeutig geschrieben, am 22.03.1786 in Ansbach entstand, sondern es sich hier schlicht um einen Schreibfehler handelt und dieser Eintrag erst am 22.03.1787 in Ansbach geschrieben wurde, zumal kein weiterer vor dem 22.03.1787 entstandener Stammbucheintrag existiert. Die beiden Einträge der Schwestern Charlotte von Boineburg (Boyneburg), geborene von Oheimb, und Morize von Münchhausen, geborene von Oheimb, (beide entstanden in Weilar am 07.09.1793) auf Seite 140 und 141 sind mit einer Konjunktionsformel ("Amitié constante et sincere") miteinander verbunden. Weiterhin sind die fünf Einträge der Freundinnen Louise von Boehmer, Auguste von Bothmer, Minette von Tucher, Caroline von Bothmer und Caroline von Ziegesar (alle entstanden in Erlangen, zwischen dem 05. und 18.10.1789) auf Seite 174-181 durch ein wiederholtes Symbol und eine Konjunktionsformel ("Lebt wohl Ihr Lieben Freŭndinnen wir werden wohl nie wieder so vereinigt werden als wir es waren. Ŭnsere Freŭndschafft seӱ aber ŭnerschütterlich.") verbunden, welche wohl nachträglich die Stammbuchhalterin Julie von Wechmar schrieb, wie auch die Angaben zu den späteren Verheiratungen auf Seite 175 und 176. Ein Sterbevermerk befindet sich auf Seite 193 am Eintrag der Caroline von Crailsheim (Ansbach, 14.09.1788). Neben den 19 herausgetrennten und fehlenden Blättern wurde auch das Blatt Seite 247/248 [i.e. 249/250] mit dem Stammbucheintrag von Amelie [Amalie?] von Schlammersdorff, verheiratete[?] von Schell (Coburg, 10.06.1791) herausgetrennt, jedoch zwischen den Seiten 250 und 251 wieder mit einem dünnen weißen Faden eingenäht. Das heute fehlende Blatt Seite 71/72 war ebenfalls herausgetrennt, mit einem weißen Faden wieder eingenäht bevor es wiederum herausgetrennt wurde. Biographisches zur Stammbuchhalterin: Juliane Wilhelmine Louise von Wechmar, genannt Julie, wurde am 22.03.1774 als Kind von Friedrich Heinrich von Wechmar (1715-1792) und Louise Ernestine, geborene Rhodis von Tunderfeld, (1741-1781) geboren. Sie heiratete am 20.08.1794 Carl Friedrich Wilhelm Gottlob von Bibra (andere Namensvarianten Carl Gottlob Christian und Ludwig Karl Gottlob?), dessen Stammbucheintrag sich als Charles F[rédéric] G[uillaume] G[ottlob] de Bibra (Meiningen, 29.10.1793) auf Seite 153 im Stammbuch findet. Dieser war Besitzer des Schlosses Irmelshausen und stand in Diensten von Sachsen-Meiningen. Am 24.07.1797 starb sie (vermutlich) in Meiningen. [Wechmar, Karl August Ferdinand von: Historische und genealogische Nachrichten von dem altadelichen Geschlechte derer Freiherren von Wechmar, Baden 1837, Seite 52 (Tafel 4), 96, 102-103, 162 (Stammbaum XXXII); Becke-Klüchtzner, Edmund von der: Stamm-Tafeln des Adels des Großherzogthums Baden, Baden-Baden 1886, Seite 533; https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Friedrich_Wilhelm_Gottlob_von_Bibra] Das Stammbuch aus dem Besitz der Familie von Bibra ging wahrscheinlich über Sigismund von Bibra (1894-1973) an dessen Witwe Renate Freifrau von Bibra, geborene von und zu Guttenberg (1914–1984[?]) und wurde wiederum an deren Adoptivtochter Elisabeth Schenk Gräfin von Stauffenberg, geborene Freifrau von und zu Guttenberg (*1944) vererbt. [Zum Erbgang siehe: https://www.event-stauffenberg.com/geschichteschlossirmelshausen; über den selben Erbgang kamen zwei weitere Stammbücher an Elisabeth Schenk Gräfin von Stauffenberg und schließlich in die Staatsbibliothek Bamberg: Stammbuch des Gottlob Hans Ludwig Graf von Hochberg , Laufzeit: 1765-1816, Sel.1535 (http://kalliope-verbund.info/DE-611-HS-4328649) und Stammbuch des Hans Ernst Albert von Bibra, Laufzeit: 1821-1827, Msc.Add.2338]Bibra, Julie von (1774-1797) [Dokumentiert]
Literaturhinweise: Das Stammbuch muss zu einem bisher unbekannten Zeitpunkt im 20. Jahrhundert Teil einer Ausstellung (möglicherweise zum fränkischen Adel?) gewesen sein und hat als Katalog-Nummer 113 Eingang in den zugehörigen Katalog gefunden. Der betreffende Katalogeintrag liegt ausgeschnitten dem Buch bei: "113 Stammbuch der Freiin Julie von Wechmar, später verheiratet mit Carl Friedrich von Bibra, aufgelegt: Eintrag der Sidonie von Dieskau mit Mäusebildchen [handschriftlich ergänzt:] (S. 134) Papierhandschrift", auf der Rückseite befinden sich Teile der Katalog-Nummern 121 und 122: "Ruprecht III. Graf zu Castell befreit die der Abtei Ebrach geschenkten Weinberge von den Vogteiabgaben; mit älstestem bekannten Castell-Siegel. 122 1600 März 15 Verordnung des Grafen Gottfried zu Castell über die Bearbeitung der"
https://gateway-bayern.de/BV050562369 (Bayerischer Verbundkatalog)
Bemerkung: Julie de Wechmar
Illustrationen: Das Stammbuch enthält 13 Miniaturen, vornehmlich Gouachen; Seite 5: Ruinenlandschaft in Rottönen, silbern gerahmt, ein Putto beschriftet ein Denkmal: "Point de bonheur sans la vertu."; Seite 16: Bleistiftzeichnung, Drei Kinder mit Hühnern; Seite 27: eine Fliege als Trompe-l’œil; Seite 47: Aquarell(?) einer Rose; Seite 60: ligiertes DW in Blütenkranz (wohl du Crest und Wechmar); Seite 134: zwei knabbernde Mäuse auf grünem Grund; Seite 149: ein Veilchen; Seite 64: Seelandschaft mit Ruine, Angler und Segelschiff; Seite 180: zwei Freundinnen in Grisaille; Seite 183: Frau mit Anker als Emblem der Hoffnung; Seite 192: Segelschiff in stürmischer See in Grisaille; Seite 198: Rundaltar mit brennendem Feuer der Freundschaft; Seite 242: Freundschaftsdenkmal in Grisaille, beschriftet "Souvenier d'Amicitie C v H fecit", womit Caroline von Herda zu Brandenburg gemeint ist, deren Eintrag sich auf der vorhergehenden Seite befindet (ungewöhnlicherweise der Eintrag auf einer Recto-Seite, die Miniatur dazu auf dem Verso desselben Blattes). Hervorzuheben sind die fünf Miniaturen auf den Seiten 27, 47, 134, 149 und 164 der Schwestern(?) Louise Caroline, Caroline, Sidonie, Friederike und Marianne Sidonie Friderike von Dieskau, die alle Anfang 1788 in Gera entstanden. Einbandbeschreibung: Pappeinband mit braunem Leder bezogen, sparsame Goldprägung, am Rücken: "STAMMBUCH"; Goldschnitt; Vorsatz aus Buntpapier (geädertes Kleisterpapier) Wasserzeichen: Das Wasserzeichen zeigt einen Bienenkorb, darunter in einem Schriftfeld "HONIG" umgeben von Blatt- und Blütenranken, sehr ähnlich zu Zeichen Nummer 180 (Churchill: Watermarks) sowie auf anderen Blättern den Text "J. HONIG & ZOONEN" (in Kapitälchen), beide würden gut zu den aus einer alten Papiermacherfamilie stammenden Jan Honig & Zoon in Zaandijk nördlich Amsterdams passen, die 1737 bis 1787 tätig waren [Churchill, W. A.: Watermarks in Paper in Holland, England, France, etc., in the XVII and XVIII Centuries and their Interconnection, Amsterdam 1935, Seite 15 und CLVI.] Erhaltungszustand: fehlende 19 Blätter: Seite 11/12, 33/34, 39/40, 49/50, 51/52, 53/54, 55/56, 71/72, 109/110, 127/128, 129/130, 209/210, 233/234, 239/240, 253/254, 259/260, 261/262, 275/276 und 277/278.
Erwerbungsgeschichte: Provenienz: seit Entstehung im Familienbesitz, zuletzt Elisabeth Schenk von Stauffenberg, Kirchlauter, bis 2026.
Objekteigenschaften: HandschriftPfad: Stammbücher und Stammbuchblätter der Staatsbibliothek Bamberg
DE-611-HS-4325386, http://kalliope-verbund.info/DE-611-HS-4325386
Erfassung: 26. März 2026 ; Modifikation: 23. April 2026 ; Synchronisierungsdatum: 2026-04-23T09:10:49+01:00
