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Stammbuch (Fragment) des Johann Christoph von Breitenlandenberg  Staatsbibliothek Bamberg  Stammbücher und Stammbuchblätter der Staatsbibliothek Bamberg  Signatur: I Qc 77-101

Funktionen

Stammbuch (Fragment) des Johann Christoph von Breitenlandenberg  Staatsbibliothek Bamberg ; Stammbücher und Stammbuchblätter der Staatsbibliothek Bamberg

Signatur: I Qc 77-101


Mainz, Freiburg im Breisgau, 1605 [um]-1606. - 25 lose Blätter, im Passepartout montiert; enthält 27 Stammbucheinträge, beschnitten, 13,9-14,1 x 13,5 cm, Latein Deutsch Französisch. - Dokument, Stammbuch

Inhaltsangabe:   Die 25 Einzelblätter stammen aus einem Stammbuch des Johann Christoph von Breitenlandenberg mit einer Laufzeit von 1605-1606, die sich aus den dort vorhandenen 27 Einträgen ergibt. Alle Einträge, die sich den Gebrauchsspuren zufolge auf der ursprünglich rechten Buchseite befanden, weisen sorgfältig mit Aquarell- und Deckfarben sowie Gold- und Silberhöhungen ausgeführte Wappenmalereien auf. Lediglich der Eintrag von Wolfgang Philipp Hund von Saulheim bildet mit einem skizzenhaften angelegten Familienwappen eine Ausnahme (I Qc 101 verso). Darüber hinaus kann dem Stammbuch eine ehemals linke Buchseite mit der Darstellung eines Geistlichen und eines jungen Edelmannes zugeordnet werden, die von einem kleruskritischen Sinnspruch über den Pfaffengeiz und die Barmherzigkeit Gottes begleitet wird (I Qc 100). Ein weiteres Blatt zeigt einen Würdenträger der Universität Mainz und einen Pedell mit Zepter, das mit dem Wappen der Hochschule bekrönt ist (I Qc 101; Taegert 1995, Seite 77). Bemerkenswert sind die verhältnismäßig vielen Einträge von Verwandten des Stammbuchhalters. Johann Jakob von Breitenlandenberg widmete unmittelbar vor seiner Abreise nach Malta seinem Bruder ("suo fratri") einen Eintrag (I Qc 86). Zudem haben sich vier "Basen" in das Buch eingeschrieben. Neben Katharina von Hohenlandenberg, die ihren Eintrag mit einer vornehmen Wappenhalterin verzieren ließ (I Qc 99), teilten sich die drei Schwestern Maria Magdalena, Anastasia und Maria Felicitas von Neuneck eine Buchseite (I Qc 89). Auch deren Eltern Johann Kaspar von Neuneck und seine Frau Anastasia (geborene von Haslang) hinterließen einen Eintrag im Stammbuch ihres Verwandten und schmückten das Blatt mit einem Ehewappen (I Qc 93).  Den Eintrag von Albert Hyrus (Hürus) von Schönau hat Breitenlandenberg mit einem Sterbevermerk versehen (I Qc 91).  Sieben Blätter weisen Wasserzeichen auf, die jedoch nicht zweifelsfrei zu identifizieren sind.  Die Blätter wurden 1986/87 neu sortiert und umsigniert.  Es hat folgende Eintragungsorte:  Mainz (01.1605), Freiburg in Breisgau (04.-09.1605), weitere Einträge ohne Ort 1605-1606  I Qc 77: Werner Ovelacker, Mainz, 9. Januar 1605  Digitalisat: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:22-i-qc-77-1  I Qc 78: Johann Heinrich Ovelacker, Mainz, 11. Januar 1605  Digitalisat: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:22-i-qc-78-6  I Qc 79: Johann Konrad Geist zu Wildegg, ohne Ort, 3. Februar 1605  Digitalisat: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:22-i-qc-79-7  I Qc 80: Johann Jakob von Liebenfels, ohne Ort, 4. Februar 1605  Digitalisat: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:22-i-qc-80-0  I Qc 81: Joachim Christoph Giel von Gielsberg, Freiburg in Breisgau, 12. April 1605  Digitalisat: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:22-i-qc-81-5  I Qc 82: Caspar Freyberg von Eisenberg, ohne Ort, 6. Juli 1605  Digitalisat: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:22-i-qc-82-0  I Qc 83: Johann Baptist Reuchl (Reichel oder Reischl), Freiburg im Breisgau ("Athenis Brisgoicis"), wohl 1605 oder 1606, am 25. September  Digitalisat: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:22-i-qc-83-5  I Qc 84: Justinian Moser von Weiler, Freiburg in Breisgau, September 1605  Digitalisat: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:22-i-qc-84-0  I Qc 85: Johann Oswald von Baden, ohne Ort, 1605  Digitalisat: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:22-i-qc-85-5  I Qc 86: Johann Jakob von Breitenlandenberg, ohne Ort, 1605  Digitalisat: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:22-i-qc-86-1  I Qc 87: Johann von Giffen, Freiburg im Breisgau, 1605  Digitalisat: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:22-i-qc-87-6  I Qc 88: Wenceslaus von Mièleszin Jablkowski, ohne Ort, 1605  Digitalisat: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:22-i-qc-88-1  I Qc 89: oben: Maria Magdalena von Neuneck, ohne Ort, 1605; mittig: Anastasia von Neuneck, ohne Ort, 1605; Maria Felicitas von Neuneck, ohne Ort, 1605  Digitalisat: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:22-i-qc-89-2  I Qc 90: Joseph Reichlin von Meldegg, ohne Ort, 1605  Digitalisat: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:22-i-qc-90-1  I Qc 91: Albert Hyrus (Hürus) von Schönau, ohne Ort, 1605  Digitalisat: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:22-i-qc-91-7  I Qc 92: Philipp Jodocus von Weiler, ohne Ort, 1605  Digitalisat: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:22-i-qc-92-2  I Qc 93: links: Johann Kaspar von Neuneck, ohne Ort, 1605; rechts: Anastasia von Neuneck, geborene von Haslang, ohne Ort, 1605  Digitalisat: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:22-i-qc-93-7  I Qc 94: Claude-François (Claudius-Franciscus) und Ermenfroy (Ermenfredus) de Cusance, ohne Ort, 1606  Digitalisat: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:22-i-qc-94-2  I Qc95: Johann Chrysostomus Reichlin von Meldegg, ohne Ort, 1606  Digitalisat: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:22-i-qc-95-8  I Qc 96: François Guillaume Friedrich de Tanviller (Thanvillé), ohne Ort, ohne Datum  Digitalisat: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:22-i-qc-96-3  I Qc 97: Johann Friedrich Kratz von Scharfenstein, ohne Ort, ohne Datum  Digitalisat: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:22-i-qc-97-8  I Qc 98: Georg Theodor Wangen von Geroldseck, Mainz, ohne Datum  Digitalisat: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:22-i-qc-98-3  I Qc 99: Katharina von Hohenlandenberg, ohne Ort, 1605  Digitalisat: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:22-i-qc-99-4  I Qc 100: unbekannter Einträger, ohne Ort, ohne Datum  Digitalisat: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:22-i-qc-100-1  I Qc101: rückseitig: Wolfgang Philipp Hund von Saulheim, Mainz,1605  Digitalisat: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:22-i-qc-101-7  Biographisches zum Stammbuchhalter:   In der weitverzeigten Familie Breitenlandenberg gibt es Ende des 16. Jahrhunderts bis um die Mitte des 17. Jahrhunderts zwei Personen namens Johann Christoph beziehungsweise (Hans) Christoph. Es scheint eher unwahrscheinlich, dass der 1658 in Sulz verstorbene Johann Christoph von Breitenlandenberg (vergleiche Kindler 1905, Seite 445) der Besitzer des Buches war. Aufgrund der Einträge von Familienmitgliedern liegt es nahe, dass es sich bei dem Stammbuchhalter wohl um (Hans) Christoph von Breitenlandenberg handelt, der als Deutschordensritter in Rom starb (vergleiche Kindler 1905, Seite 448). Der von Kindler von Kobloch überlieferte Stammbaum bedarf allerdings einer Überprüfung, da einige Lebensdaten und Verwandtschaftsbeziehungen widersprüchlich sind. Ungeachtet dessen führt Kindler von Kobloch einen Bruder namens Hans Jakob (1578-1632) an, der 1593 in den Malteserorden eintrat. Ferner ist die Verwandtschaft zu Johann Kaspar von Neuneck und seinen drei Töchtern über dessen Schwester Katharina von Neuneck nachvollziehbar, die 1583 Hans Ulrich von Breitenlandenberg zu Herder heiratete. Den Einträgen im Stammbuch zufolge könnte der Stammbuchhalter mit dem 1605 in Freiburg in Breisgau immatrikulierten Johann Christoph identisch sein. Für einen Johann Christoph von Breitenlandenberg ist über einen Eintrag vom 8. Mai 1608 im Stammbuch des Michael Adam von Wolkenstein ein Aufenthalt als Ritter des Johanniterordens in Malta überliefert.  [Quellen: Archives Départementales du Haut-Rhin, Colmar, Kirchenbuch Soultz 1647, 1648, 1658; Studer, Julius: Die Edeln von Landenberg. Zürich 1904, Seite 322-324, dazu Tafel XIII; Kindler von Knobloch, Julius: Oberbadisches Geschlechterbuch, Band 2, Heidelberg 1905, Seite 445 und 448; Schnabel, Werner Wilhelm: Die Stammbücher und Stammbuchfragmente der Stadtbibliothek Nürnberg. Band 1, Die Stammbücher des 16. und 17. Jahrhunderts, Wiesbaden 1995, Seite 54, Nummer 22/87.]

Literaturhinweise:   Taegert, Werner: Edler Schatz holden Erinnerns. Bilder in Stammbüchern der Staatsbibliothek Bamberg aus vier Jahrhunderten, Bamberg 1995, Seite 69-75.

https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:22-i-qc-77-1 (Digitalisat) 

Illustrationen: Alle Blätter sind mit Miniaturen illustriert: Wappen, zwei Greifen als Wappenhalter, eine Wappenhalterin, eine genrehafte Szene und ein Blatt mit zwei akademischen Figuren.   Erhaltungszustand: Die Blätter sind herausgetrennt und teilweise beschnitten. 

Erwerbungsgeschichte:  Provenienz:  Adam Ziegler, Bamberg, bis 19.01.1820. - Joseph Heller, Bamberg, bis 1849.

Objekteigenschaften: Handschrift

Pfad: Stammbücher und Stammbuchblätter der Staatsbibliothek Bamberg

DE-611-HS-4545520, http://kalliope-verbund.info/DE-611-HS-4545520

Erfassung: 30. Oktober 2026 ; Modifikation: 30. Oktober 2026 ; Synchronisierungsdatum: 2026-10-30T14:48:14+01:00