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BriefStadtgeschichtliches Museum Leipzig ; Sammlung Autographe Stadtgeschichtliches Museum <Leipzig>

Signatur: A/2014/382


Zehme, Felix (1849-1924) [Verfasser],Zehme, Albertine (1857-1946) [Adressat]

Connewitz (Leipzig), 19.10.1891. - 3 Bl., 18 x 11,5 cm. - Brief, Handschrift

Inhaltsangabe: Verf. schreibt der Adr. am Vorabend des 20. Oktober, ungefähr zur selben Stunde, zu welcher er vor zehn Jahren mit Löwenmut und Todesverachtung einen Angriff auf das Festmahl versuchte, welches die Tante der Adr. in Penzing bereitet hatte und von welchem sich die Adr. vorsichtig zurückgezogen hatte; Verf. erläutert, dass sein Brief die Adr. erst übermorgen erreichen wird, wenn der kritische Tag vorüber sei und die Erinnerung wieder der Alltagsstimmung Platz gemacht habe; Verf. gestattet sich, da er sich in seinem gestrigen Brief, der die Adr. wohl am Morgen des 20. Oktober erreichen wird, sich ganz der Vergangenheit gewidmet habe, heute wieder von der Gegenwart zu reden; Verf. teilt mit, dass alle Briefe und Karten der Adr. angekommen seien und auch ihre Karte vom gestrigen Sonntag, den sie wahrscheinlich ebenso solide und ruhig verbracht hat; Verf. berichtet, dass er in die Linien geritten sei, danach fleißig diktiert und später mit den Kindern, Hunden und Hans Richter einen Waldspaziergang gemacht habe; Verf. erzählt, dass Rogorsch mittags da war, der vorher bei Krause gesungen hatte und mit dem er am Nachmittag fünf Partien Billard spielte; Verf. hat dann mit Rogorsch und Fräulein Robinson im Billardzimmer soupiert und mit der letzten Flasche Rotwein auf das Wohl der Adr. angestoßen; Verf. berichtet, dass er am Sonnabend Abend mit Dr. Werthauer bei Krause war, wo die Salons so überfüllt waren, dass die Herrenwelt zum größten Teil überhaupt nicht eintreten konnte, sondern auf dem Vorsaal bleiben musste, Verf. erzählt, dass es vor Musikern nur so wimmelte und man außer Klaviervorträgen auch Geige und Cello hörte, während Gesang nicht vertreten war; Verf. schreibt, dass Krause selbst mit Förster ein Konzert von Liszt spielte; Verf. erzählt, dass die Vorträge bis elf Uhr gingen und er danach ins Café Bauer ging, um schließlich zu Fuß bei wundervollem Mondschein nach Connewitz zurückzukehren; Verf. schließt seinen Bericht über die letzten beiden Tage und hat der Adr. nur noch eine Freveltat ihres Sohnes zu melden, welcher das Kuvert des Briefes aufgerissen habe, um sich der darauf klebenden russischen Marke zu bemächtigen; Verf. schließt mit einer Bemerkung zum nunmehr elften Jahr seines Liebeslebens mit der Adr.

Rogorsch, Hans (1868-1938) [Genannte Person],Werthauer, ... [Genannte Person],Krause, ... [Genannte Person],Förster, ... [Genannte Person]

http://museum.zib.de/sgml_internet/sgml.php?seite=5&fld_0=Z0109175 (Digitalisat)

Material: Papier

Pfad: Sammlung Autographe Stadtgeschichtliches Museum <Leipzig>

DE-MUS-853418-Z0109175, http://kalliope-verbund.info/DE-MUS-853418-Z0109175

Erfassung: 02.10.2014 ; Synchronisierungsdatum: 2015-12-01T14:38:36+01:00