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BriefStadtgeschichtliches Museum Leipzig ; Sammlung Autographe Stadtgeschichtliches Museum <Leipzig>

Signatur: A/1759/2009


Friccius, Karl Friedrich (1779-1856) [Verfasser],Friccius, Friederike [Adressat]

Mantes, 28.08.1815. - 2 Bl., 23,4 x 36,0 cm. - Brief, Handschrift

Inhaltsangabe: Verf. entschuldigt sich für den letzten Brief, der nicht ganz so nett gewesen ist; Verf. hofft, dass er seiner Frau aus den finanziellen Verlegenheiten heraushelfen konnte; Verf. teilt mit, dass er vorgestern mit seinen beiden Bataillonen von Paris in Richtung Normandie abmarschiert ist und vermutlich in Caen stationiert wird; Verf. berichtet: "Das Ende von dem Schicksale des Schlosses Vincennes habe ich nicht erlebt. Es war immer noch wie es bisher gewesen war und die Garde wird die Einschließung ferner übernehmen."; Verf. erwähnt das Gerücht, dass das 1., 2. und 3. Armee Korps bald bis zum Rhein zurückmarschieren werden und nur das 4. oder 6. in Frankreich verbleiben soll; Verf. erkennt niedergeschlagen, dass sich dann wohl bald auch das Schicksal Ostfrieslands und seines Regiments entscheiden wird; Verf. äußert, dass er von General Schöler aus dem Kriegsministerium erfahren hat, dass man die Absicht hat, ihn bei einer Administration in Frankreich anzustellen, was wahrscheinlich auf eine Empfehlung Gneisenau's zurückzuführen ist; Verf. berichtet von mangelnder französischer Kooperationsbereitschaft in Verwaltungsangelegenheiten, die womöglich auch mit dem Wiener Kongress zusammenhängt: "Der Haß und die Eifersucht gegen Preussen ist noch eben so wie nach dem Wiener Congreß und womöglich noch größer, da sich die preuss. Armee aufs neue große Triumpfe erworben hat. Alles fürchtet von diesen kleinen Staate, daß es eine gefährliche Macht werde, und will daher daß es in seiner Kleinheit erhalten werden müsse. So erkläre ich es mir auch warum England und Rußland sogar auf die Integrität Frankreichs besteht, und nicht zugeben will, daß es an seinem jetzigen Umfange etwas verlieren, weil als dann Preussen den nächsten Anspruch auf einen Zuwachs hätte."; Verf. erwähnt, dass der Hass gegen Louis XVIII., seine Verwaltung und die Bourbonen allgemein unter den Franzosen mit jedem Tag zunimmt; Verf. prophezeit: "So bald wie die alliirten Truppen Frankreich verlassen haben, ist auch eine Revolution wieder da, und der dritte punische Krieg ist die Folge davon."; Verf. kritisiert Wellington; Verf. erwähnt, dass er vorgestern Ferdinand gesehen hat, dem es sehr gut geht; Verf. hat aber Bedenken bezüglich des Majors, dem Ferdinand nicht von der Seite weicht und äußert Ängste betreffend der Moral von Ferdinand, der mit dem Tauentzienschen Korps bis nach Rennes und Nantes in die Bretagne marschieren wird

Heyder, ... [Erwähnte Person],Schöler, Friedrich von (1772-1840) [Erwähnte Person],Gneisenau, August Neidhardt von (1760-1831) [Erwähnte Person],Louis <France, Roi, XIV.> (1638-1715) [Erwähnte Person],Wellington, Arthur Wellesley (1769-1852) [Erwähnte Person],Blücher, Gebhard Leberecht von (1742-1819) [Erwähnte Person],Meier, Ferdinand [Erwähnte Person],Tauentzien von Wittenberg, Friedrich Bogislaw Emanuel (1760-1824) [Erwähnte Person]

http://museum.zib.de/sgml_autographe/sgml_autographe.php?seite=5&fld_0=Z0073813 (Digitalisat)

Material: Papier

Pfad: Sammlung Autographe Stadtgeschichtliches Museum <Leipzig>

DE-MUS-853418-Z0073813, http://kalliope-verbund.info/DE-MUS-853418-Z0073813

Erfassung: 25.06.2014 ; Synchronisierungsdatum: 2015-12-01T14:38:36+01:00