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Sommer-S. 1933. Einleitung IUniversitätsbibliothek HeidelbergNachlass Heinrich RickertSignatur: Heid. Hs. 2740 II C - 11

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Sommer-S. 1933. Einleitung IUniversitätsbibliothek Heidelberg ; Nachlass Heinrich Rickert

Signatur: Heid. Hs. 2740 II C - 11; 1-102


Heidelberg [ermittelt], 1933. - Umschl. mit 100 Bl., masch., mit zahlr. hs. Ergänzungen u. Korrekturen (Pag.: 1-6, 6a, 7-17, 17a, 18-21, 22/1-22/2, 23-26, 27/28, 29-30, 30a, 30a1-30a2, 31-42, 42a, 42a1, 43-54, 54a, 55-69, 69a, 69a1-69a3, 70-80, 80a, 81-87)., Deutsch. - Vorlesung

Benutzbar - Verfügbar, am Standort.

Inhaltsangabe: Zunächst Problematisierung einer Einleitung in die Philosophie, die mit den Schwierigkeiten der Definition ihres Gegenstandes, ihrer Methode und ihrer Objektivität zu kämpfen hat. Anschließend umfangreiche und kritische Darstellung der Lage zeitgenössischer deutscher Universitätsphilosophie: R. bemängelt eine allgemeine "Scheu vor dem System", die er selbst als eine der wenigen Ausnahmen nicht teile; fast alle übrigen Seminare seien historisch ausgelegt oder nur auf einzelne Denker spezialisiert. Als Vertreter des Historismus in der Philosophie nennt R. seine Kollegen Kuno Fischer und Wilhelm Dilthey. Zusammenfassend bestimmt R. als die Hauptcharakteristiken der Philosophie seiner Zeit die "Neigung zum Fragment", ein "Übermaß des Geschichtlichen", eine Psychologisierung der Philosophie und wachsende "Verachtung der Logik", die in einer mystischen Metaphysik gipfelt. Einflussreiche Strömungen sind u.a. Neukantianismus, Pragmatismus, "Neuromantik", Phänomenologie und die Gestaltpsychologie. Sowohl die Rückkehr zu Kant und Hegel als auch der wachsende Einfluss Nietzsches und Kierkegaards seien zu beobachten.Weitere verbreitete Weltanschauungen, die R. jedoch nicht für philosophisch im engeren Sinne hält, sind der "vitalistische Biologismus", Materialismus, Monismus (Haeckel), "Sexualismus" (Freud) und der "physikalische Relativismus" (Einstein). In der politischen Philosophie sei vor allem der Marxismus bedeutend. Anschließend Überblick über den philosophischen Gehalt zeitgenössischer literarischer und künstlerischer Werke (Tolstoi, Mann, George). Außerdem Verweise auf Okkultismus, Spiritismus und Theosophie. Kritische Stellungnahme zu bekannten Zeitgenossen: Oswald Spengler sei "besser als sein Ruf", über Rudolf Steiner könne man "nach der Lektüre nichts Gutes sagen". Von Henri Bergson stammten zwar "glänzend geschriebene, anregende" Werke, die jedoch "nicht ganz so originell wie Bewunderer glauben" sind. Max Weber hingegen sei "eine der stärksten Persönlichkeiten unserer Zeit" und ein "moderner Mensch im besten Sinne".Insgesamt grenzt R. seinen Standpunkt kritisch von allen genannten Denkrichtungen und ihren Vertretern ab. Er stellt sich in die Tradition einer deutschen Universitätsphilosophie, deren Beginn im 19. Jahrhundert liegt. Fluchtpunkte sind Fichte, Schiller und Hegel als "erste moderne Professoren". Philosophie soll sich als "strenge Wissenschaft" verstehen, die eine bestimmte "Weltanschauung" entwickelt. Im Anschluss an Kant seien Wissenschaft und Weltanschauung jedoch klar voneinander zu unterscheiden. Philosophie sei keine "Weltanschauungs-Prophetie", sondern habe sich um "theoretische Wahrheit" und "begriffliche Klarheit" zu bemühen. Über die Theorie hinaus sei jedoch auch der "Sinn" ("Wert") des praktischen Lebens zu bestimmen.

Beethoven, Ludwig van (1770-1827) [Erwähnt],Kant, Immanuel (1724-1804) [Erwähnt],Furtwängler, Wilhelm (1886-1954) [Erwähnt],Hegel, Georg Wilhelm Friedrich (1770-1831) [Erwähnt],Goethe, Johann Wolfgang von (1749-1832) [Erwähnt],Schopenhauer, Arthur (1788-1860) [Erwähnt],Nietzsche, Friedrich (1844-1900) [Erwähnt],Hume, David (1711-1776) [Erwähnt],Plato [Erwähnt],Aristoteles (384-322) [Erwähnt],Leibniz, Gottfried Wilhelm (1646-1716) [Erwähnt],Spinoza, Benedictus de (1632-1677) [Erwähnt],Fischer, Kuno (1824-1907) [Erwähnt],Dilthey, Wilhelm (1833-1911) [Erwähnt],Windelband, Wilhelm (1848-1915) [Erwähnt],Schelling, Friedrich Wilhelm Joseph von (1775-1854) [Erwähnt],Kierkegaard, Søren (1813-1855) [Erwähnt],Thomas <de Aquino> (1225-1274) [Erwähnt],Bergson, Henri (1859-1941) [Erwähnt],Husserl, Edmund (1859-1938) [Erwähnt],Scheler, Max (1874-1928) [Erwähnt],Hartmann, Eduard von (1842-1906) [Erwähnt],Lask, Emil (1875-1915) [Erwähnt],Bauch, Bruno (1877-1942) [Erwähnt],Kroner, Richard (1884-1974) [Erwähnt],Glockner, Hermann (1896-1979) [Erwähnt],Erdmann, Johann Eduard (1805-1892) [Erwähnt],Riehl, Alois (1844-1924) [Erwähnt],Stumpf, Carl (1848-1936) [Erwähnt],Cassirer, Ernst (1874-1945) [Erwähnt],Spranger, Eduard (1882-1963) [Erwähnt],Maier, Heinrich (1867-1933) [Erwähnt],Dessoir, Max (1867-1947) [Erwähnt],Haeckel, Ernst (1834-1919) [Erwähnt],Bölsche, Wilhelm (1861-1939) [Erwähnt],Möbius, Paul J. (1853-1907) [Erwähnt],Du Prel, Carl (1839-1899) [Erwähnt],James, William (1842-1910) [Erwähnt],Driesch, Hans (1867-1941) [Erwähnt],Ostwald, Wilhelm (1853-1932) [Erwähnt],Schiller, Friedrich (1759-1805) [Erwähnt],Freud, Sigmund (1856-1939) [Erwähnt],Einstein, Albert (1879-1955) [Erwähnt],George, Stefan (1868-1933) [Erwähnt]

In: Einleitung in die Philosophie [Titel lt. Vorlesungsverzeichnis der Univ. Heidelberg SS 1933] [Vorlesung]

Objekteigenschaften: Handschrift

Pfad: Nachlass Heinrich Rickert / Nachlass Heinrich Rickert II. Werk / Nachlass Heinrich Rickert II. Werk C / Einleitung in die Philosophie [Titel lt. Vorlesungsverzeichnis der Univ. Heidelberg SS 1933]

[Standort: Handschriftenabteilung ; Heid. Hs. 2740/13a (Frühere Signatur)]

DE-611-HS-2938512, http://kalliope-verbund.info/DE-611-HS-2938512

Erfassung: 20. November 2015 ; Modifikation: 6. März 2017 ; Synchronisierungsdatum: 2019-02-02T17:12:25+01:00