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Kant bis Nietzsche, Deutschland in 2. Hälfte des 19. JahrhundertsUniversitätsbibliothek HeidelbergNachlass Heinrich RickertSignatur: Heid. Hs. 2740 II C - 32

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Kant bis Nietzsche, Deutschland in 2. Hälfte des 19. JahrhundertsUniversitätsbibliothek Heidelberg ; Nachlass Heinrich Rickert

Signatur: Heid. Hs. 2740 II C - 32; 1043-1105


Heidelberg [ermittelt]. - Umschl. mit 61 Bl., überw. masch., mit zahlr. hs. Korrekturen u. Ergänzungen (Pag.: 822a, 1-13, 13/14, 15-22, 881-918), Deutsch. - Vorlesung, Vorlesungsmanuskript

Benutzbar - Verfügbar, am Standort.

Inhaltsangabe: "Die neueste deutsche Philosophie". Inhalt: Zu Beginn wird die Schwierigkeit einer genauen Einteilung der deutschen Philosophie des 19. Jahrhunderts festgestellt, R. benennt jedoch zwei Tendenzen: 1. Ein Herabsinken der Philosophie zur "vollkommenen Bedeutungslosigkeit" nach dem Tod Goethes und Hegels bis ins 20. Jahrhundert hinein, 2. Ab den 1860ern langsame Aufwärtsbewegung hin zu "ernster Philosophie". R. benennt drei Gründe für das Herabsinken: die "allgemeine Kulturlage", die "Zersetzung von innen her", die "andern Geistesmächte"; für R. sind für den Verfall der Philosophie vor allem der Materialismus, der Psychologismus und der Marxismus verantwortlich. Den Materialismus bezeichnet R. als die "allerprimitivste Philosophie", besonders kritisch ist dabei die Einschätzung Ernst Haeckels. Der "Psychologismus" ist für R. keine philosophische Weltanschauung, sondern "Spezialwissenschaft". Zuletzt wird kurz der Marxismus als eine besonders einflussreiche politische Weltanschauung betrachtet.Im Gegensatz zu diesem "Herabsinken" wird dann die "Restauration der Philosophie" behandelt; eine wichtige Rolle in dieser zweiten Bewegung der Philosophie spielt Schopenhauer, da er mitverantwortlich für eine neue Popularität Kants war. Mit dem Rückgang zu Kant beginnt für R. ein neuer Aufschwung der deutschen Philosophie. Positiv wirke außerdem die verstärkte Beschäftigung mit der Geschichte der Philosophie im Anschluss an Hegel. Anschließend Analyse der zeitgenössischen Lage der Philosophie. Feststellung der Notwendigkeit einer neuen Philosophie "für die neue Zeit". Rolle der Philosophie: Sie soll nicht spezialisierte Einzelwissenschaft sein, sondern eine "umfassende Weltanschauung" liefern, die "Kulturprobleme und Wertprobleme" löst. "Die deutsche Philosophie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts". Betrachtung des Zeitraums, der unmittelbar an Hegel anschließt. Darstellung einzelner Philosophen nach Auflösung der Hegelschen Schule. Besondere Bedeutung verleiht R. dem Rückgang zu Kant seit den 1960er Jahren. Zur daraus entstehenden Schule des "Neukantianismus" zählten "einige der bedeutendsten lebenden Philosophen"; "Neukantianismus" als allgemeines Schlagwort sei jedoch "nichtssagend". Deutliche Abgrenzung von einer Richtung des Neukantianismus, die sich ausschließlich auf Kants theoretische Philosophie bezieht und daher nicht zur Bildung einer "Weltanschauung" diene. Ein rein theoretischer Neukantianismus sei nur der "Übergang zu etwas Größerem", denn "der eigentliche Schwerpunkt von Kants Denken liegt in der Ethik", also in seiner praktischen Philosophie. Anschließend Bewertung Hermann Cohens: Sein System sei nicht "auf rein kantischer Grundlage" geschaffen, sondern gehe "hinter Kant zurück". Dabei knüpfe Cohen sogar unwissentlich an Hegel an. Anschließend Darstellung einiger "antimaterialistischer" Philosophen, darunter Lotze, Fechner und Hartmann.

In: Kant bis Nietzsche [Vorlesung]

Objekteigenschaften: Handschrift

Pfad: Nachlass Heinrich Rickert / Nachlass Heinrich Rickert II. Werk / Nachlass Heinrich Rickert II. Werk C / Kant bis Nietzsche

[Standort: Handschriftenabteilung ; Heid. Hs. 2740/160 (Frühere Signatur)]

DE-611-HS-2920606, http://kalliope-verbund.info/DE-611-HS-2920606

Erfassung: 16. Oktober 2015 ; Modifikation: 24. Februar 2017 ; Synchronisierungsdatum: 2019-02-02T17:21:02+01:00