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Bericht wegen der neuen Gottesdienstordnung in der Gemeinde Melchingen und dortiger GegendStadtarchiv KonstanzKorrespondenz Ignaz Heinrich von WessenbergSignatur: G 825 6

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Bericht wegen der neuen Gottesdienstordnung in der Gemeinde Melchingen und dortiger GegendStadtarchiv Konstanz ; Korrespondenz Ignaz Heinrich von Wessenberg

Signatur: G 825 6


Melchingen, 07.05.1809. - 16 S., Deutsch. - Brief

Verfügbar, am Standort.

Inhaltsangabe: Grausbeck berichtet, die neue Gottesdienstordnung sei auf große Zustimmung in der Gemeinde gestoßen. Er zitiert Äußerungen dahingehend, dass jetzt das, was er, Grausbeck, bereits zuvor eingeführt habe, jetzt auch offiziell für das deutsche Bistum verordnet seien und "uns die Nachbarn nicht mehr höhnen und halblutherisch heißen können". Die Kar- und Osterwoche habe er bereits neu eingerichtet (v.a. Gebrauch der deutschen Sprache, Lesungen statt Gesängen). Doch plötzlich habe sich "ein schweres Gewitter" gegen ihn erhoben (Verordnung der Sigmaringischen Regierung, Suspension der neuen Gottesdienstordnung, Konventikula einiger Bürger gegen die Grausbecks Neuerungen, Umfrage in der Gemeindeversammlung unter falschen Vorzeichen, aber auch Unterstützung aus der Gemeinde, Gang zum Obervogteiamt, Konflikt um Änderung der Bittgänge (Fahnen, Lieder etc.), Widersetzlichkeiten, Pasquille gegen Grausbeck (Vorwurf, er sei damals schuldig gewesen am Brand des Orts Engelswies "wegen Ermordung französischer Soldaten", außerdem habe er eine Hure im Haus gehabt - diese Vorwürfe bezogen sich bekanntermaßen auf einen seiner Vorgänger in Engelswies). Grausbeck bedauert diese Entwicklungen, zumal das Verhältnis zwischen der Gemeinde und ihm sehr gut gewesen sei (hoher Anteil Beichtender), auch immer noch viele Unterstützer der Bemühungen Grausbecks um einen verbesserten Gottesdienst. Die umgehende Suspension der neuen Ordnung habe sich allerdings sehr nachteilig ausgewirkt und jedes Vertrauen untergraben. Er sehe sich jedoch nicht in der Lage, "zu dem erbärmlich mechanischen Schlendrian der benachbarten Pfarrer zurückzukehren [...] eines Theils mich vor meinen Pfarrkindern durch die Wiederkehr zu dem, wie ich die Pfarrey angetreten hatte, [...] so entsetzlich zu prostituiren, und einigen Schwärmern unter dem Volke [...] die malitiöse Freude zu verstatten, daß sie alle wieder umgestossenen, doch ächtkatholischen Einrichtungen, als halbe Ketzereyen verschreyen können [...]". Nicht zurück zu den "alten leblosen Formen meiner Nachbarn".

Ausreifungsgrad: Ausfertigung

Objekteigenschaften: Handschrift

Pfad: Korrespondenz Ignaz Heinrich von Wessenberg / G-H

DE-611-HS-1770339, http://kalliope-verbund.info/DE-611-HS-1770339

Erfassung: 11. November 2005 ; Modifikation: 20. Januar 2012 ; Synchronisierungsdatum: 2019-06-06T17:07:03+01:00