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Nachlass Oluf Gerhard TychsenUniversitätsbibliothek RostockNachlass Oluf Gerhard Tychsen

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Nachlass Oluf Gerhard TychsenUniversitätsbibliothek Rostock ; Nachlass Oluf Gerhard Tychsen


Tychsen, Oluf Gerhard (1734-1815) [Bestandsbildner]

1752-1816. - ca. 200 Konvolute und andere Materialien. - Nachlass

Inhaltsangabe: Lebensdokumente; Korrespondenzen; Werkmanuskripte, Handexemplare, Gutachten, Sammlungen und Notizen; Abschriften und Handexemplare von Werken Anderer; Kataloge und Verzeichnisse

Bemerkung: Der Bestand wird derzeit im Rahmen des von der DFG geförderten Projektes "Erschließung und Digitalisierung des Nachlasses von Oluf Gerhard Tychsen (1734-1815) - Quellen zur jüdischen Geschichte und zu orientalistischen Gelehrtennetzwerken im Zeitalter der Aufklärung" bearbeitet.

Angaben zur Herkunft:Tychsen starb am 30. Dezember 1815. In seinem Testament setzte er entgegen früheren Äußerungen, seine Bibliothek der Universität zu hinterlassen, Verwandte als Erben ein. Ihnen sollte der Erlös aus dem Verkauf seiner Sammlungen zukommen. Die Räumung des Tychsenschen Hauses am Hopfenmarkt erfolgte bis zum 22. April 1816. In dieser Zeit wurde einerseits durch den Theologen, Freund und Schüler Tychsens Anton Theodor Hartmann ein Auktionskatalog zu den Sammlungen des Verstorbenen angelegt, andererseits wurde alles andere, was sich bei Tychsens Tod im Hause befunden hatte, verkauft bzw. seinen rechtmäßigen Besitzern zugeführt. Tychsens Bibliothek und handschriftlicher Nachlass wurde von April 1816 bis zur Aufstellung im August 1818 auf dem Flur des Universitätsgebäudes gelagert, verpackt in Kisten und Tonnen. Einer öffentlichen Versteigerung bzw. dem Verkauf der Sammlungen nach Petersburg kam die Universität durch deren Ankauf für 5000 Reichstaler zuvor. Der Großherzog interessierte sich am 3. Oktober 1816 für die Erwerbung, doch langwierige Streitigkeiten innerhalb der Professorenschaft einerseits über die Bedeutung der Sammlungen, andererseits über die Bezahlung des hohen Betrages aus einem die Universität betreffenden Fonds und schließlich finanzielle Schwierigkeiten verzögerten die Verhandlungen. Am 2. September 1817 wurde der Kaufvertrag unterzeichnet. Hartmann hatte noch zu Lebzeiten Tychsens 1813/14 Materialien des Gelehrten als Geschenk erhalten. Nach dem Tode Tychsens bekam er dessen umfangreichen Briefwechsel mit christlichen und jüdischen Korrespondenzpartnern. Diese Sammlungen bot Hartmann am 12. Mai 1817 im Tausch gegen Dubletten aus der Tychsenschen Bibliothek an; bis zum Frühjahr 1820 wurde alles übergeben. Danach entlieh er möglicherweise wieder einiges aus Tychses Nachlass, denn nach seinem Tod 1838 beanspruchte die Bibliothek aus Hartmanns Nachlass Materialien Tychsens.

DE-611-BF-14942, http://kalliope-verbund.info/DE-611-BF-14942

Erfassung: 24. Juli 2006 ; Modifikation: 18. November 2016 ; Synchronisierungsdatum: 2019-12-20T14:00:57+01:00